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Transfusionen, das gefährliche Blut

Das Risiko von Bluttransfusionen und Blutarmut wird heute bei Operationen massiv unterschätzt. Eine Gruppe von Medizinern am Uniklinikum in Frankfurt setzen sich für ein Umdenken ein.

" In der Bevölkerung leiden etwa 30% an einer Anämie. Ein grosser Teil davon weiss nichts davon. Denn mit einer Anämie (Blutarmut) insbesondere einer leichten, kann der Alltag gut bewältigt werden", erläutert Professor Zacharowski. Die häufigste Ursache von Anämie ist eine Mangelernährung an Eisen, Folsäure und Vitamin B12. Diese Nährstoffe sind essentiell damit rote Blutkörperchen voll funktionsfähig sind. Lässt sich der normale Alltag mit einer leichten Anämie noch ohne Mühe bewältigen, so wird sie zum Risiko wenn der Betroffene operiert werden muss.
Studien haben gezeigt, dass eine Anämie im Rahmen einer Operation ein erhöhtes Risiko für Komplikationen mit tödlichem Ausgang darstellt. Sind bei Operationen (ausser Herzoperationen) ohne Anämie die Sterblichkeitsraten 30 Tage nach der Operation unter einem Prozent, so steigen sie bei bei leichter Anämie bereits auf knapp 4%. Bei schweren Anämien steigt das Todesrisiko auf 10-15%. Über dieses Risiko werden Patienten meist nicht aufgeklärt und es wird auch immer wieder unterlassen vor einer Operation eine Anämie zu diagnostizieren und zu behandeln. Stattdessen wird häufig mit der Gabe von Fremdblut während oder nach der Operation das Problem behoben. Hier lauert allerdings die nächste Gefahr. Aus internationanlen Studien geht hervor, dass nach Bluttransfusionen im Rahmen einer Operation später häufiger Komplikationen auftreten. Diese Komplikationen sind Lungenentzündung, Blutvergiftung, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Zu den Massnahmen die die Wahrscheinlichkeit einer Bluttransfusion senken gehören: das rechtzeitige Absetzen von Blutverdünnern, blutsparende Operationstechniken, das Sammeln, Aufarbeiten und Zurückgeben des Wundblutes, die Reduktion der abgenommenen Blutmenge für Laboranalysen. Letztere Massnahme führte dazu, dass auf der Intensivstation des Frankfurter Uniklinikums die Menge des abgenommenen Blutes im Schnitt von 700ml auf 300ml pro Woche gesenkt werden konnte.
Doch der Widerstand gegen die neuen Massnahmen ist gross, sind doch die meisten Aerzte immer noch der Auffassung mit einer Transfusion dem Patienten prinzipiell etwas Gutes zu tun. Auch im Studium wird eher unbekümmert mit dem Thema Bluttransfusion umgegangen.
Bei geplanten Operationen besteht als gute Vorsorge die Möglichkeit, eigene Blutkonserven anlegen zu lassen, die bei Bedarf ohne die genannten Risiken eingesetzt werden können.